Bianca Knehr

Lichtdesignerin & Nachhaltigkeit

Wie bist du in den Bereich gekommen? Wie war dein beruflicher Werdegang?

Ich habe noch während meiner Schulzeit ein Praktikum bei der popbastion.ulm gemacht, bei welcher ich dann geblieben bin (seit 2013: BFD, Angestelltenverhältnis, Studium, Leitung). In dem Zuge habe ich Einblicke in den technischen Bereich bekommen, z.B. durch Praktika beim ulmer zelt oder beim Roxy Ulm, dort habe ich meine Leidenschaft für’s Licht entdeckt. Seit 2017 bin ich mit Bands (u.a. Blackout Problems, Van Holzen, Provinz…) unterwegs. Ab Oktober geht es in die Selbständigkeit, wobei neben Lichtdesign und -operating auch Nachhaltigkeitsmanagement und Beratung, sowie Coaching ein Teil meines Angebots sein werden. Der Musikbranche bleibe ich aber natürlich nach wie vor treu.

Wer oder was hat dir auf deinem Weg geholfen? 

Tolle Menschen, die die gleiche Leidenschaft für die Musikbranche teilen und mich immer unterstützt haben. 

Wie können sich Frauen in der Branche mehr unterstützen? 

Indem sie sich mehr untereinander austauschen vernetzen – es wird viel zu wenig geredet und ich merke, wie ich selbst aus jedem Gespräch mit einer anderen weiblich gelesenen Person etwas mitnehmen kann. Nur durch Austausch können Ideen entstehen und wachsen und wir uns gegenseitig unterstützen. 

Was war ein schöner Moment zuletzt? 

Nach eineinhalb Jahren Corona wieder Konzerte und Festivals zu spielen, ohne Abstand, ohne Maske und mit Moshpit – es ist Wahnsinn, wie viel Energie bei einem Konzert freigesetzt wird und wie ansteckend das ist. Es gab auch – vor allem bei den Indoor-Shows – Fans, die einfach so gerührt waren, dass sie weinen mussten. Das war schön! Das zeigt einem, wie wertvoll Konzerte sind und wie wichtig es ist, dass sie stattfinden! 

Wie gehst du damit um, wenn du in Schubladen gesteckt wirst?

Bestärken und so arg ins Lächerliche ziehen, dass mein Gegenüber ganz genau checkt, was er oder sie gerade macht. Sodass es ihm oder ihr so unangenehm wird, dass er oder sie das sicherlich nicht noch einmal machen wird. 

Über welches unbequeme Thema (außer Sexismus) müsste mehr gesprochen werden?

Die Klimakrise, Rassismus und Faschismus! Es macht mich so wütend, dass wir in der aktuellen Zeit und Situation immer noch nicht begriffen haben, wie ernst die Lage ist und dass es den Planeten, so wie wir ihn kennen, einfach nicht mehr geben wird. Dass so viele Menschen die Augen vor diesen Themen einfach verschließen und wegsehen, ist für mich absolut unbegreiflich.  

Was würdest du gern an andere Frauen in der Branche weitergeben?

Traut euch. Ihr könnt das! Nehmt den Job einfach mal an, auch wenn das zuerst vielleicht beängstigend erscheint. Und bitte: Tauscht euch untereinander aus und unterstützt euch gegenseitig! Wir sitzen alle im selben Boot. 🙂

Was müsste deiner Meinung nach passieren, um die Sichtbarkeit zu erhöhen?

Mehr darüber reden, wann immer es die Gelegenheit dazu gibt. 

Welche Frauen in der Branche bewunderst du & warum?

Jede! Weil die Veranstaltungsbranche ganz schön hart sein kann und viel von einem selbst und jeder weiblich gelesene Person abverlangt.

Was ist dein wichtigstes Tool im Arbeitsalltag?

Handy, Laptop und Pult. 

Würdest du dich wieder für diese Laufbahn entscheiden und wenn ja, warum?

Ja! Weil ich der Meinung bin, dass es einen Grund hat, warum ich da stehe wo ich jetzt bin. Auch die negativen Erfahrungen möchte ich nicht missen, die haben mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. 

Was hat dich deine Arbeit gelehrt? 

Ab und zu mal innehalten, reflektieren und sehen, was man selbst bisher schon erreicht hat. Denn das ist immer mehr als man vielleicht denkt!