Fotografin & Branding
Wie bist du in den Bereich gekommen? Wie war dein beruflicher Werdegang?
Nach dem Abi in 2012 habe ich eine Ausbildung zur Fotografin gemacht. Danach war ich drei Monate in Amerika, wieder zurück habe ich in einem Fotostudio gearbeitet. In 2018 habe ich mein erstes Studium begonnen, bin aber nach zwei Semester exmatrikuliert worden. Seit 2019 studiere ich nun PR & Journalismus, bin in den letzten Zügen und liebe es!
Zur Konzertfotografie bin ich 2012 gekommen, da habe ich auf Minijob-Basis angefangen im Roxy an der Garderobe zu arbeiten. 2015 habe ich die Blackout Problems gefragt, ob ich mit ihnen auf Tour fahren darf. Und ab da an nahm alles so seinen Lauf. Tourmanagement für ITCHY, die Killerpilze und Royal Republic kam 2018/19 zusätzlich zum Fotografieren hinzu.
Wer oder was hat dir auf deinem Weg geholfen?
Alle lieben Menschen, die ich im Roxy oder auf Tour etc. kennengelernt habe. Einfach alle Kontakte, die ich geknüpft habe, seitdem ich fotografiere. Menschen und ihre Geschichten oder Kunst inspirieren mich sehr. Ebenso offen zu sein für Chancen & Menschen und nicht voreingenommen zu sein.
Wie können sich Frauen in der Branche mehr unterstützen?
Indem man sich nicht als Konkurrenz betrachtet, sondern lernt, miteinander zu arbeiten.
Was war ein schöner Moment zuletzt?
Dass ich mein Fotografie-Business um weitere Angebote erweitern konnte. Ich habe meine Leidenschaft darin gefunden, anderen kreativen Selbstständigen und Künstler:innen von Anfang an bei der Gründung sowie Branding- und Marketing-Konzepten zu helfen.
Welche Maßnahmen würden dir aktuell in der Pandemie helfen?
Bessere finanzielle Hilfe für Soloselbstständige, Studenten, Künstler, etc.
Was läuft gut?
Live! Es ist ein Auf und Ab, aber ich genieße das Gesamtpaket. Ich habe mich im letzten Jahr neben meinem Studium durch viele Seminare, Webinare & Coachings weitergebildet und kann nun mein Wissen mit anderen teilen.
Wie gehst du damit um, wenn du in Schubladen gesteckt wirst?
Ignorieren. Die richtigen Menschen, die dich und deine Arbeit schätzen, werden zu dir kommen. Ich habe schon öfter das Gefühl gehabt, dass ich mich über mein Portfolio hinaus krass behaupten muss, um von Agenturen oder anderen Fotograf:innen ernst genommen zu werden. Das nervt mich und ich habe nie dort Energie reingesteckt, wo ich mich nicht gleich wertgeschätzt gefühlt habe.
Über welches unbequeme Thema (außer Sexismus) müsste mehr gesprochen werden?
Gehälter in der Musikbranche (Spoiler: man verdient waaaaay zu wenig Geld)
DAS ENDE DER FAHNENSTANGE: Was würdest du gern für dich persönlich noch erreichen?
SO VIEL. Alles ist möglich, ich habe sehr viele Visionen.
Was würdest du gern an andere Frauen in der Branche weitergeben?
Unterstützt euch und lernt voneinander, geht auf andere zu und wachst gemeinsam 🙂
Welche Frauen in der Branche bewunderst du & warum?
Puh, da gibt es sehr sehr viele. Mein absolutes Vorbild ist aber schon immer Annie Leibovitz, weil sie eine unfassbar gute Künstlerin ist und bereits 1975 mit den Rolling Stones als Fotografin tourte. Und das noch in analogen Zeiten, hallo!?!
Was ist dein wichtigstes Tool im Arbeitsalltag?
Kamera, Handy, MacBook und ich hab IMMER was zu essen dabei 😀
Würdest du dich wieder für diese Laufbahn entscheiden und wenn ja, warum?
Ja, weil ich auch aus meinen Fehlern viel gelernt habe und alles andere einfach immer Spaß gemacht hat. Ich habe früh gemerkt, dass eine Festanstellung nichts für mich ist, deshalb muss das mit der Selbstständigkeit einfach funktionieren. *fingerscrossed*